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Die indische Grundnahrung, die man auch im entlegensten Winkel bekommt,
besteht aus Reis (Pullao - gekochter Reis, es gibt sehr
viele verschiedene Reissorten in Indien und ebenso viele Namen dafür),
Dhal (Linsenbrei), Gemüse und Chapati.
Reis wird vielfach mit Safran gekocht, was ihm seine gelbe Farbe verleiht.
Chapati ist ein Fladenbrot, das aus Mais-, Weizen- oder
anderem Mehl mit Wasser angerührt wird. Daraus werden flache Fladen
geformt, die auf einer runden Platte über dem Feuer unter mehrmaligem
Wenden gebacken werden. Neben den genannten Chapatis gibt es noch Puris,
Paratha und Nan, alle ähnlich wie Brot:
Puris werden auch aus Mehl, Wasser, Salz gemacht. Im Unterschied
zu den Chapatis wird Ghee, geschmolzene Butter, hinzugefügt. Der
Teig wird dünn ausgerollt und anschließend in Öl schwimmend
gebacken, wobei die Puris sich aufblähen. Lecker!
Paratha besteht aus Vollkornmehl, Wasser und Ghee. Zu Fladen
geformt werden sie in der Pfanne geröstet. Es gibt sie auch mit allen
erdenklichen Füllungen.
Nan ist ein Brot aus Hefeteig, das besonders häufig
in Moslemgegenden gebacken wird.
Curry: Bei den Zutaten zum Reis kann man zwischen verschiedenen
Curries aussuchen, z.B. Gemüsecurry, Fleisch-, Fisch- und Eiercurry.
Curry ist nicht das bei uns bekannte Currygewürz, sondern eine in
vielen Variationen auftretende Gewürzmischung bzw. die daraus hergestellte
Sauce. Jede Hausfrau bereitet ihren Curry nach ihrem eigenen Rezept mit
bis zu 300 Körnern und Kräutern selbst zu.
Als kleine Zwischenschleckereien sind Pakoras und Samosas
sehr zu empfehlen. Pakora: z.B. Eggpakora: in Teig gewälzte Eier,
die fritiert werden.
Die Gemüsepakoras gibt es in vierzig Variationen. Samosas:
Gemüse, meist Kartoffeln (Kartoffeln fallen in Indien ganz klar unter
die Kategorie Gemüse), in Teigtaschen gefüllt und fritiert.
Dosas: knusprig gebackene Teigrollen, gefüllt mit
Gemüse, bis zu 50 cm lang!
Halwa: farbige, kleine quadratische Süßigkeiten,
mit Nüssen gefüllt und manchmal mit einer dünnen Haut essbaren
Silbers überzogen.
Gulbas: dunkelbraune Bällchen aus dicker Milch, Zucker
und etwas Mehl. Berfis werden aus Kokosmus, Mandeln und Pistazien hergestellt.
All diese Sachen sind meist sehr, sehr süß.
Auch bei der Auswahl von Obst gibt es keine Schwierigkeiten; verschiedene
Bananensorten, Apfelsinen, Ananas, Papayas, Kiwis, Mangos und vieles mehr.
Schälbare Früchte wegen der Hygiene bevorzugen!
Jede Region Indiens hat ihre eigenen Spezialitäten, die genauso unterschiedlich
sind wie englisches und griechisches Essen. Wenn du also von Nordindien
in den Süden kommst, gibt es viele neue Sachen, über die du
dich wieder wundern kannst. Iddlis, das sind flache, dampfende
Reiskuchen mit gewürztem Linsengemüse und frisch zubereitetem
Chutney.
Thali heißt ein südindisches Essen, bei dem Gemüsecurries
mit Reis auf Bananenblätter "serviert" wird. Besteck gibt
es dabei nicht - 'Nur mit den Fingern schmeckt das Essen richtig gut.'
Gemeint sind dabei natürlich nur die Finger der rechten Hand, die
der linken werden für die entgegengesetzte Körperöffnung
gebraucht! Die Kunst des Essens besteht nicht nur darin, das Essen mit
den Fingern in den Mund zu bekommen (das sollte auch noch möglichst
auf die indische Art sein, ohne die Finger dabei zu verschlucken), sondern
auch in der richtigen Mischung der scharfen und weniger scharfen Curries.
Gegen Schärfe hilft immer geraspeltes Kokosfleisch oder heißer
Tee.
Das Essen ist im allgemeinen sehr scharf, was jedoch die Magensaftproduktion
anregt, somit zu einer geregelten Verdauung beiträgt und manche Darminfektion
infolge unsauberer Zubereitung vom Leibe hält. Kräftiges Salzen
ist notwendig, damit der Körper genug Wasser binden kann, was man
zusammen mit dem Salz in der Hitze schnell wieder ausschwitzt. Zu den
Mahlzeiten trinkt man Wasser oder Chai (Tee). Mit Wasser sollte man wegen
der Krankheitserreger sehr vorsichtig sein.
Zu trinken gibt's neben Chai (Tee, 50 bis 100 Paisa) Kaffee
(selten), Kokosmilchsaft (am billigsten), Lassi (Yoghurt
mit Milch oder Wasser), Softdrinks (sehr oft gepanscht und gesundheitsschädlich)
und für den, der es nicht lassen kann - Bier. Die Prohibition wurde
aufgehoben und gleichzeitig der Preis in einigen Bundesstaaten erhöht.
Harte Sachen: Fenny und Toddy werden aus Palmsaft, Arrak aus Reis oder
Palmsaft destilliert.
In manchen Gegenden wird Sodawasser angeboten. Es ist auch zum Zähneputzen
gut zu verwenden.
Zum Schluß noch etwas Allgemeines zur indischen Küche. Ich
beziehe mich dabei auf Syed Abdullah und dessen Buch 'Die indische Küche',
mit dem man sich schon vor der Indienreise aufs Essen einstellen kann.
Die meisten Leute nehmen an, dass die indische Küche rein vegetarisch
sei. Vegetarisch zu essen ist jedoch die Entscheidung jedes Einzelnen.
Es gibt sogar sehr viele Fleischgerichte. Nur essen verschiedene Religionsgemeinschaften
überhaupt kein oder unterschiedliches Fleisch. Hindus und Muslime
können Lamm- oder Hammelfleisch sowie Geflügel und Fisch essen.
Hindus essen auf keinen Fall Rindfleisch und die Muslime nie Schweinefleisch.
Jainas sind oft strenge Vegetarier.
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